Richard Wagner

Ein Überblick über sein Leben

Richard Wagner, der sich selbst als "Deutschen Geist" sah, ist heute nicht nur wegen seiner 13 Opern und zahlreichen Kompositionen bekannt sondern vor allem wegen seines unverkennbaren Einfluss auf die deutsche Kultur und Geschichte.
Wilhelm Richard Wagner wurde am 22.05.1813 in Leipzig als jüngster von neun Kindern geboren. Sein Vater, ein Polizeiaktuar, verstarb bereits 5 Monate nach Wagners Geburt und der Maler und Schauspieler Ludwig Geyer (1821) nahm sich der Witwe und deren Kindern an.
Mit 18 Jahren (1831) begann Richard Wagner an der Universität in Leipzig sein Musikstudium von wo ihn jedoch schon nach kurzer Zeit (1833) sein älterer Bruder, der Sänger Albert Wagner, nach Würzburg holte. Dort wurde er zum Chorleiter und bekam 1834 ein Angebot als Dirigent einer Operntruppe nach Magdeburg zu gehen.
Er verliebte sich in die Schauspielerin Minna Planer (*1809, 1866), der Wagner nach Königsberg folgte. 1836 heirateten sie und bald darauf ging ihre gemeinsame Reise weiter nach Riga.
Vor ihren Gläubigern nach Paris über Norwegen und London fliehend, lebten sie von September 1839 bis April 1842 in großer Not. Hier war er auf kärgliche Einnahmen aus schriftstellerischen Arbeiten und Opernarrangements angewiesen. Erst die triumphale Uraufführung des "Rienzi" am 20.10.1842 in Dresden verhalf ihm zu seinem Ruhm.
Bereits mit 30 (1843) wurde Richard Wagner zum Königlich Sächsischen Hofkapellmeister ernannt und konnte die noch in Paris komponierte Oper »Der fliegende Holländer« sowie 1845 den »Tannhäuser« erstmals aufführen.
1849 musste Wagner in die Schweiz flüchten, nachdem er beim Dresdner Maiaufstand auf der Seite der Aufständischen gekämpft hatte und wohnte ab 1857 in Zürich im Haus der Familie Wesendock. Er verfasste wesentliche ästhetische Schriften und komponierte »Das Rheingold«, »Die Walküre« und zwei Akte der Oper »Siegfried«. Diese Arbeit am Zyklus »Der Ring des Nibelungen« wurde 1857 unterbrochen und erst zwölf Jahre später wieder aufgenommen. Während der Komposition der Oper »Tristan und Isolde« musste Wagner 1858 wegen der Spannungen und seiner Liebe zu Mathilde Wesendonck Zürich verlassen. Er verbrachte die folgenden Jahre mit kurzen Aufenthalten an verschiedenen Orten: Venedig, Wien (wo eine lange Probenarbeit an »Tristan und Isolde« schließlich abgebrochen wurde), Paris, Luzern, Biebrich bei Wiesbaden und Berlin.
1864 wurden seine Schulden vom bayrischen König Ludwig II beglichen, dessen Gunst er errungen hatte. So konnten in München 1865 »Tristan und Isolde« und 1868 »Die Meistersinger von Nürnberg« uraufgeführt werden. Aufgrund der allzu engen Bindung Wagners' an den König Ludwig II und verschiedener Anfeindungen musste er bald München verlassen. Er ging nach Tribschen (heute bei Luzern) und heiratete dort die Tochter seines Freundes F. Liszt, Cosima von Bülow. In diese Zeit fallen die Vollendung der »Meistersinger« und die Wiederaufnahme der Arbeit am »Ring« sowie die Abfassung weiterer theoretischer Schriften.
So kam er schließlich 1872 mit seiner Frau und den drei Kindern Isolde (*1865, 1919), Eva (*1867, 1942) und Siegfried nach Bayreuth wo er den Grundstein am 22.05. für das Festspielhaus legte.
1876 fanden die ersten Festspiele mit dem »Ring des Nibelungen« unter der Leitung von H. Richter statt. 1882 folgten die zweiten Festspiele mit 16 Aufführungen des »Parsifal« unter der Leitung von H. Levi, die im Unterschied zu denen des Jahres 1876 auch finanziell erfolgreich waren.
Aus gesundheitlichen Gründen reiste Wagner 1882 nach Venedig, wo er 1883 seinem chronischen Herzleiden erlag.