Stipendien 2011:
Das Richard Wagner Bayreuth Stipendium 2011 ging an:
Frau Susanne Großsteiner, Gesang - Sopran
Herr Georg Schwarz, Musiker - Cello
Frau Béatrice Lachaussée, Opernregie
Herr Ulrich Wagner, Tonmeister
Ersatzstipendiaten:
Herr Chanyapong Thongswang, Musikwissenschafter, Musiker
Frau Beata Beck, Musikerin, Sängerin
Herzliche Gratulation!
Bayreuth 2011
14. August. Vier glückliche Stipendiaten der Richard-Wagner Stipendienstiftung sitzen im Zug zurück nach Wien. Wir, Béatrice Lachaussée (Regiestudentin), Georg Schwarz (Cellist), Ulrich Wagner (Tonmeister) und Chanyapong Thongsawang (Pianist), hatten die einmalige Gelegenheit die Bayreuther Festspiele 2011 zu besuchen. Nach fünf intensiven Tagen und vielen musikalischen Erlebnissen in Bayreuth, nützen wir die lange Heimreise um unsere Eindrücke auf Papier zu bringen.
Zuerst wollen wir kurz die unterschiedlichen Eindrücke zu den drei Aufführungen beschreiben:
Tristan und Isolde stand als erste Oper am Programm. Zu erwähnen ist die markante und stimmlich einwandfreie Interpretation der Isolde, gesungen von Irene Theorin. Zu der Sinnlichkeit der Musik unter dem Dirigat von Peter Schneider steht in einem unglaublichen Kontrast eine kalte, unsinnliche und düstere Regie von Christoph Marthaler.
Die Meistersinger von Nürnberg begannen schon am Vormittag mit einem hervorragenden Einführungs-Vortrag über die umstrittene Regie von Katharina Wagner, der folgende Fragen behandelte: „Muss es eine Moderne Inszenierung sein? – Muss nicht aber kann“, „Was ist Werktreue und was sind die Kriterien zur Beurteilung einer Regie?“. Die dargestellte Auseinandersetzung zwischen Konservativismus und Avantgarde übertragen auf alle Kunstbereiche hat uns von der Klugheit dieser Inszenierung, die viel Humor und Lebendigkeit zeigt, überzeugt. Auf der musikalischen Seite ist diese Produktion von Chor über Dirigent, Orchester und Sänger ausgezeichnet besetzt.
Als drittes und letztes Bayreuther Erlebnis kam der Tannhäuser. Leider musste der Dirigent Thomas Hengelbrock wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen und seinen Assistenten ans Pult schicken. Dadurch war anfangs eine gewisse Anspannung im Orchester zu spüren, diese legte sich aber spätestens im zweiten Akt. Für Verwirrung sorgte die Regie von Sebastian Baumgarten, der die Geschichte in eine Rauminstallation von Joep van Lieshout, die eine Biogas-Anlage darstellen soll, verlegte. Es ist eine ziemlich persönliche Regie, die uns eher perplex ließ und viele Fragen und Unverständnisse erregte.
Es war wunderbare Erfahrung, Wagners Opern live im Bayreuther Festspielhaus anzuhören. Durch diese einzigartige Akustik des Saals hört man die gemischten Orchesterklänge der grandiosen Musik Wagners sehr ausdrücklich.
Abseits der Aufführungen am grünen Hügel hatten wir ein dichtes Programm mit Einführungsvorträgen am Vormittag, einer Stadtführung durch Bayreuth und Museumsbesuchen. Auch das Franz Liszt-Museum konnten wir in seinem Jubiläumsjahr besuchen. Am Donnerstagabend fand in der Stadthalle erstmals ein Stipendiatenkonzert statt. Am Programm standen Werke von Liszt, Wagner, Ambroise Thomas, Schumann...
Neben diesen kulturellen Aspekten der Stipendienstiftung hat man in Bayreuth außerdem die große Gelegenheit, viele junge Mitstipendiaten aus verschiedenen Bereichen, kennen zu lernen, mit ihnen Kontakte und vielleicht sogar Freundschaften zu schließen.
Für diese einmalige Chance, möchten wir uns nochmals bei allen Mitgliedern des Richard Wagner-Verbandes Wien sehr herzlich bedanken.
Béatrice, Ulrich, Georg und Chanyapong.
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