Richard Wagner – Sein Leben

Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuars Carl Friedrich Wagner (1870 – 1813) und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner, geb. Pätz (1774 – 1848) geboren.

Wagners Mutter, Johanna Rosine WagnerWagners Geburtshaus in Leipzig, 1885

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits sechs Monate nach seiner Geburt verstarb der Vater am 23. November 1813 an Typhus. Der Schauspieler, Dichter und Porträtmaler Ludwig Geyer (1778 – 1821), langjähriger Freund des Hauses Wagner, nahm sich der Familie an und heiratete Johanna Rosine am 28. August 1814.

Ludwig Geyer

Schon früh zeigte sich sein Interesse an Schauspiel und Musik und so begann Wagner 1831 mit einem Musikstudium an der Universität Leipzig und nahm Kompositionsunterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinling. 1833, während seines Engagements als Chordirektor des Würzburger Theaters, begann er mit der Komposition seiner Oper „Die Feen“, welche jedoch zu seinen Lebzeiten nie zur Aufführung gelangen sollte. Im gleichen Jahr erschien auch sein erster Aufsatz „Die deutsche Oper“.  1835 arbeitete Wagner an seiner zweiten Oper „Das Liebesverbot oder die Novize von Palermo“ welche am 29. März 1836 unter widrigen Bedingungen in Magdeburg uraufgeführt wurde.

 

Minna Planer

Am 24. November 1836 heiratete Wagner die Schauspielerin Minna Planer, welche er drei Jahre zuvor kennen und lieben gelernt hatte. Nach dem abrupten Ende seiner Tätigkeit als Musikdirektor in Königsberg auf Grund des Bankrotts der Direktion, sah sich Wagner gezwungen eine Kapellmeisterstelle in Riga anzunehmen, wo er sich auch vor seinen deutschen Gläubigern sicher fühlte. In seiner Rigaer Zeit entstand auch der Beginn seiner ersten Erfolgsoper „Rienzi“. Bereits 1839 verlor Wagner seine Anstellung in Riga und sah sich gezwungen gemeinsam mit Minna die russisch-ostpreussische Grenze zu überqueren und mit dem kleinen Segelschiff „Thetis“ nach London zu reisen, um erneut seinen Gläubigern zu entgehen. Die stürmische und nahezu lebensbedrohliche Überfahrt inspirierte ihn zu seinem nächsten Werk „Der fliegende Holländer“, einem Stoff, welchen er durch Wilhelm Hauffs Märchen vom „Gespensterschiff“ zuvor schon kennen gelernt hatte. Nach einem kurzen Aufenthalt in London verbrachte das Ehepaar Wagner die Jahre 1840 und 1841 in Paris, wo „Rienzi“ fertiggestellt und „Der fliegende Holländer“ getextet und komponiert wurde.

Nachdem die Dresdner Hofoper bereit war den „Fliegenden Holländer“ aufzuführen, übersiedelten Richard und Minna nach Dresden. 1843 wurde Wagner zum Königlich-Sächsischen Kapellmeister an der Dresdner Hofoper ernannt und brachte seine Oper „Der fliegende Holländer“zur Uraufführung.Dresdner Hoftheater

Zwischen 1845 und 1848 arbeitete Wagner bereits an seinen Opern „Tannhäuser“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Lohengrin“.

Am 9. Januar 1845 verstarb Wagners Mutter Johanna Rosine und es begann die lebenslange Freundschaft mit Franz Liszt.

Die aktive Beteiligung am Dresdner Maiaufstand im Frühjahr 1849 zwang Richard Wagner ins Schweizer Exil und so fand die Uraufführung des „Lohengrin“ in Abwesenheit des Komponisten durch Franz Liszt in Weimar statt.

Steckbrief Wagners

1852 lernte Wagner das Ehepaar Otto und Mathilde Wesendonck kennen und begann mit der Dichtung zu seiner Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“. Ein Jahr später, am 10. Oktober 1853 besuchte er Franz Liszt in Paris und lernte dort dessen damals 15-jährige Tochter Cosima kennen. Er begann schließlich mit der Komposition von „Rheingold“ , welche er binnen drei Monaten abschloss. Auch begann er mit der Konzeption zu seiner Oper „Tristan und Isolde“. Minna entdeckte nunmehr die Schwärmereien ihres Mannes für die verheiratete Mathilde Wesendonck, das Paar trennte sich. Richard reiste nach Venedig, Minna nach Dresden. Aus politischen Gründen musste Wagner Venedig bereits 1859 wieder verlassen und kehrte in die Schweiz zurück. Dort vollendete er im Hotel Schweizer Hof in Luzern „Tristan und Isolde“. Nach einer Teilamnestie des sächsischen Königs konnte Wagner im August 1860 erstmals wieder deutschen Boden betreten. Anfang 1862 zog er nach Bieberich und begann mit der Komposition der „Meistersinger“. Ein erneutes Zusammentreffen mit Minna Anfang 1862 führte zur endgültigen Trennung des Ehepaares, doch blieben sie bis zum Tode Minnas am 25. Januar 1866 verheiratet.

 

 

 

 

 

Am 28. November 1863 gestanden sich Richard und die mittlerweile mit Hans von Bülow verheiratete Cosima ihre gegenseitige Liebe. Im Frühjahr 1864 floh Wagner vor der Steuerfahndung und seinen Gläubigern nach Wien. Aus dieser seiner finanziellen Not erlöste ihn nunmehr der erst 18-jährige König Ludwig II. von Bayern, welcher soeben die Regentschaft übernommen hatte und den Komponisten verehrte. So war er nicht nur der Lieblingskomponist des Königs, sondern auch väterlicher Freund und Berater und nahm politischen Einfluss. Ludwig II. stellte dem Komponisten einen Wohnsitz in München zur Verfügung, wo am 10. April 1865 das erste gemeinsame Kind Richards und Cosimas, die Tochter Isolde, zur Welt kam. Auf Grund heftiger Proteste von Bevölkerung und Regierung wegen der Verschwendungssucht Wagners und Ludwigs II. musste Richard nunmehr Bayern erneut Richtung Schweiz verlassen. Ende März 1866 mietete Wagner das Landhaus Tribschen am Vierwaldstättersee bei Luzern. Kurz darauf zog Cosima mit den Bülow-Kindern Daniela und Blandine und der Wagner-Tochter Isolde bei ihm ein. Die zweite Tochter Eva wurde am 17. Februar 1867 geboren und ab dem 16. November 1868 blieb Cosima für immer bei Wagner und begann ihre Tagebuchaufzeichnungen am 1. Januar 1869. Am 6. Juni 1869 kam das dritte Kind, der Sohn Siegfried, in Tribschen zur Welt.

Die Scheidung  Cosimas von Hans von Bülow fand am 18. Juli 1870 statt, am 25. August heirateten Richard und Cosima in Luzern.

 

1871 entschied sich Wagner für Bayreuth als Festspielort für seinen „Ring des Nibelungen“. Zur Finanzierung der Festspiele wurden ab 1872 Wagnervereine gegründet und Patronatsscheine verkauft. Die Grundsteinlegung für das Festspielhaus fand am 22. Mai statt. Am 28. April 1874 bezogen Richard und Cosima Haus Wahnfried in Bayreuth.Bayreuther Festspielhaus im Jahr 1873

 

In Anwesenheit Kaiser Wilhelm I. begannen am 13. August 1876 die ersten Bayreuther Festspiele mit einer vollständigen Aufführung des „Ring des Nibelungen“. Zwischen 1877 – 1879 arbeitete Wagner an seiner letzten Oper „Parsifal“, welche er 1882 in Palermo vollendete . „Parsifal“ wurde am 26. Juli 1882 bei den zweiten Bayreuther Festspielen uraufgeführt.

 

Palazzo Vendramin-Calerghi, Venedig

 

Am 16. September 1882 reiste Wagner mit seiner Familie nach Venedig, wo er am 13. Februar 1883 gegen 15:30 Uhr in dem von ihm und seiner Familie bewohnten Seitenflügel des Palazzo Vendramin-Calerghi in den Armen Cosimas verstarb. Am 16. Februar wurde der einbalsamierte Leichnam mit einem Sonderwagen über München nach Bayreuth überführt. Unter den Klängen des Trauermarsches aus der „Götterdämmerung“ wurde der Sarg vom Bahnhof zum Haus Wahnfried gebracht und in der vorbereiteten Gruft im Garten beigesetzt.

 

 

Stammbaum der Familie Wagner-Liszt